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09.10.2014 - Deutscher Erfinder erhält den Nobelpreis für Chemie

München/Göttingen. Der deutsche Physiker Stefan Hell wird für die Entwicklung eines hochauflösenden Mikroskops, dem STED-Nanoskop (Stimulated Emission Depletion), am 10. Dezember 2014 in Stockholm den Nobelpreis für Chemie entgegennehmen. Er erhält die Ehrung zusammen mit den beiden US-Amerikanern Eric Betzig und William Moerner. Hell gelang es im Jahr 2000 unterhalb der Wellenlänge des Lichts Vorgänge sichtbar zu machen und damit Aufnahmen von Nanowelten zu erhalten. Er widerlegte damit das bis dato gültige Abbesche-Gesetz.

"Wir freuen uns, mit Stefan Hell erneut einen Forscher und Erfinder unter unseren Patentinhabern zu haben, dem der Nobelpreis verliehen wird", so die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), Cornelia Rudloff-Schäffer. "Hell ließ schon in den 90er Jahren von ihm entwickelte Verfahren zur hochauflösenden Lichtmikroskopie bei uns patentieren (beispielsweise: DE 44 16 558 C2). Durch die rechtzeitige schutzrechtliche Absicherung seiner Erfindungen konnte Hell diese auch erfolgreich vermarkten. Dies zeigt, wie wichtig der gewerbliche Rechtsschutz für den wirtschaftlichen Erfolg von Erfindungen ist", erklärt Rudloff-Schäffer.

Der 1962 in Rumänien geborene Banater-Schwabe Stefan Hell kehrte schon als Jugendlicher ins Land seiner Vorfahren zurück und ist heute nicht nur Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, sondern auch erfolgreicher Start-up-Unternehmer.

Zahlreiche Preise, unter anderem der 10. Deutsche Zukunftspreis, und Erfindungen auf dem Gebiet der hochauflösenden Lichtmikroskopie werden nun mit dem "Ritterschlag" für Forscher, dem Nobelpreis, gekrönt.

Hell hatte schon während seiner Promotionsarbeit an der Universität Heidelberg, die er 1990 beendete, folgende Idee: Strukturen, die kleiner als 0,2 Mikrometer (200 Nanometer) sind, sichtbar machen zu können. Bislang war die gängige Lehrmeinung, dass dies nicht möglich sei (Gesetz nach Ernst Abbe). 1993 hatte Hell dann beim Lesen eines Buches über Quantenoptik den entscheidenden Geistesblitz: Er begann eine Technik zu entwickeln, die mithilfe von zwei Laserstrahlen bei der Lichtmikroskopie in die Nanosphäre vordringen kann.

Mit dieser speziellen Mikroskopiertechnik können nun beispielsweise einzelne Moleküle in lebenden Zellen verfolgt werden. Sowohl bei der Diagnose von Krankheiten als auch in der Pharmaindustrie wird diese unter dem Namen Nanoskopie bekannte Technik genutzt und ist daher besonders in der Medizin und Biochemie nicht mehr wegzudenken.

 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Patent- und Markenamt vom 9. Oktober 2014